Moin ... heute ist der 12. Juni 2010 .. und ich mache dann mal damit weiter, Euch was über mein Leben in bezug auf meine Familie zu berichten, das nun mal irreversibel ist und nichts, was da mal passiert ist, ob nun richtig oder falsch gewesen, läßt sich rückgängig machen.

Ich hatte früher lange eine beste Freundin, ihr Name war Margrit. Von ihr möchte ich Euch auch mal ein Foto zeigen, auch  wenn sie nicht meine einzige Freundin war, weil es in meiner Jugend logischerweise da viele gab.

Platzhalter für ein Foto von Margrit und mir

Als ich ca. 15 Jahre alt war, begannen wir, sehr viel tanzen zu gehen, zu zweit oder auch zu mehreren.

Irgendwann im Sommer 1969 lernte ich dabei auch meinen späteren Ehemann Hans-Werner Braasch kennen, abends in einer Discothek in Preetz. Ganz zu Anfang hat er mir gefallen, aber sein Benehmen war wirklich unter aller Würde und eigentlich beschloss ich dann, also der nicht, da er sich wie ein Neanderthaler benahm, der aus der Steinzeit per Zeitmaschine in meine Gegenwart gekommen sein mußte.

Meine Freundin fand ihn allerdings toll. Nun ja.

Ich mied seinetwegen besagte Disco monatelang, weil ich keinen Bock drauf hatte, dass mir dieser Irre, der am ersten Tag unserer Begegnung nichts besseres im Kopf hatte, als mit seiner Freundesclique meinen damaligen Begleiter zu verfolgen, um den zusammen zu schlagen, nochmal zu treffen. Ich war mit dem jungen Mann, der da fast Prügel bezogen hätte, wenn ich ihn an dem Abend nicht mit in unser Haus genommen hätte, nämlich nichtmal als Paar zusammen gewesen, er war einfach nur ein Freund, mit dem ich damals tanzen gegangen war.

Aber dann am 29. November 1969 ging ich mit Margrit doch nochmal in diese Disco und mein Ex-Mann war wieder da, entschuldigte sich bei mir für sein Verhalten und ich war so dumm, ihm abzunehmen, dass das ernst gemeint war.

Meine Freundin meinte noch: "Wenn Du ihn nicht willst, lade ihn doch trotzdem zu unserer nächsten Party ein, dann nehme ich ihn." Ein hübscher Junge war er ja.

Weiß der Geier .. man sagt ja, die Gene entscheiden, von wem wir Kinder kriegen, weil deren Immunsystem dann so verbessert würde .. und man soll sich über den Geruch verlieben.

Vielleicht war das bei mir und meinem Ex ja auch so. Jedenfalls wurde ich dann am 29.11.69 doch seine Freundin und er ist auch nie auf die Idee gekommen, sich dann mit Margrit zusammen zu tun, die später ihren Max geheiratet hat, mit dem sie auch noch zusammen ist.

Ja, das ist ein Foto von uns beiden damals, als wir noch frisch verliebt waren und ich nicht mehr wahrgenommen habe, dass ich zu diesem Mann wirklich überhaupt nicht passe.

Platzhalter für ein Foto von Hansi und mir

Unsere Eltern rebellierten gegen die Beziehung, was bei mir dann auch einen großen Beschützerinstinkt ihm gegenüber weckte .. wieder ein Fehler.

Tja wie war das. Meine Schwiegermutter sagte über ihren jüngsten Sohn, er wäre noch schlimmer als ihre anderen Kinder, die ihr genau genommen alle nur Sorgen machen würden, sie täte mich vor ihm warnen, denn er würde nur stehlen, lügen und betrügen. Das beim ersten Kaffeeklatsch mit meiner Mutter, die danach vollkommen entsetzt über diese Familie wollte, dass ich mit diesem Jungen sofort Schluss mache.

Ich erfuhr, dass sein Vater ihn ständig geschlagen hatte, dass er schon als Kind Geld unterschlagen hatte, was er beim Zeitungen austragen kassiert oder für seine Mama, die Sammelbestellerin bei einem Versandhaus war, bekommen hatte.

Für mich gab es nur eins, was ich da dachte .. die schrecklichen Eltern sind schuld, wenn ich ihn nur genug liebe, dann wird das schon.

Er wünschte sich schon mit 16 Familie und Kinder, womit ich damals ehrlich gesagt wenig anfangen konnte, denn ich wollte gerne nach Abschluß meiner Ausbildung zur Industriekauffrau runter nach München und Journalismus studieren.

Als bei uns später ab und an Geld in der Haushaltskasse fehlte, war es für mich logisch, meine demente Oma hätte das verschusselt. Heute ist mir aber klar, das wird vermutlich schon damals mein Ex-Mann geklaut haben, es war ja genug da, denn meine Großeltern waren nicht arm.

Er erzählte mir, von seinem Lohn als Azubi zum Fliesenleger dürfte er nur 40 DM behalten, den Rest würde seine Mutter einkassieren und ich fand die Frau deshalb so schrecklich, obwohl  sie mir später mal sagte, das wäre gar nicht wahr gewesen, er hätte nur 50 DM zur Haushaltskasse dazu geben müssen. Vermutlich hatte sie recht, denn diese Aussage führte bei mir, die ich mein Azubi-Gehalt behalten durfte, logisch dazu, dass ich überall, wo wir hin gingen, den Eintritt und die Getränke zahlte, ihm modische Kleidung schenkte und dergleichen. Dabei habe ich in meinem kaufmännischen Frauenjob nur halb so viel verdient wie er.
Ich gehe heute davon aus, dass nicht seine Mutter mir was vorgelogen hat, sondern schon damals er.
Es war schlicht lukrativ, mein Freund zu sein .. und hübsch war ich früher außerdem.
Ob er damals schon mal fremd ging, weiß ich nicht, wir waren ja nicht jeden Tag zusammen, da er noch zu Hause lebte.
Aber spätestens, als ich das erstemal schwanger war, bin ich sicher, er hat es getan .. weil seine Lügen, die er mir dann auftischte, wo er gewesen war, so dermaßen daneben waren, dass es Sinn macht, auch wenn ich ihn erst Jahre später mal in flagranti erwischt habe und damals noch eher ahnungslos fassungslos darüber war, warum mir mein Mann ständig erzählte, er hätte Leute besucht, bei denen er gar nicht war und dergleichen.

Na ja .. ich habe ihn geheiratet, weil ich mit 18 von ihm schwanger wurde. Wie das passierte, dass möchte ich auch  mal erklären, da mir meine Schwiegermutter früher mal vorwarf, ich hätte ihren Sohn mit der Schwangerschaft rein gelegt.

Nein, er hat mich rein gelegt.

Ich vertrug die Pille nicht und es war er, der immerzu sagte, er würde schon sofort nach seiner Ausbildung mit mir zusammen ziehen wollen, mir immer ausreden wollte zu studieren, ich sollte hier oben in Schleswig-Holstein bei ihm bleiben. Er wollte das nicht, dass wir uns dann ja nur noch in den Semesterferien gesehen hätten, wenn ich unten studiert hätte.

Ich war noch Azubi, als er mich irgendwann anbettelte, doch auch zu einer Zeit mit ihm zu schlafen, wo es sehr gefährlich in bezug auf eine Schwangerschaft war .. er wollte doch so sehr aufpassen, dass nichts passiert .. Kondome mochte er nicht .. und ich war so leichtsinnig und ließ das zu. Er hat nichtmal versucht, sich vorzusehen. So bin ich mit 18 von ihm schwanger geworden, auch wenn seine Mutter später immer was anderes erzählte. Sie wollte mich dann zur Abtreibung zwingen und ich habe der Frau nur eins gesagt. Ich wäre nicht sie, ich hätte das verbockt und würde jetzt selbstverständlich für das Kind gerade stehen und dafür sorgen. Meine Schwiegermutter hatte ja ihr erstes Kind, das sie im selben Alter mal bekommen hat, einfach zur Adoption frei gegeben, aber ich doch nicht, ich bin anders.

Ich hätte gern studiert, aber so habe ich eben dann mit 18 einen 18jährigen geheiratet und da wir damals noch nicht automatisch volljährig waren, mit einem Ehetauglichkeitstest, den irgendeine hirnlose Psychologin so auswertete, dass sie meinem Ex-Mann bescheinigte, erwachsen und verantwortungsbewußt zu sein. Er war es nicht. Er hat sofort begonnen, Schulden ohne Ende zu machen, überall, wo er gearbeitet hat, was unterschlagen oder gestohlen, wurde ständig fristlos entlassen, hat auch mal meine Unterschrift gefälscht, um einen großen Kredit aufzunehmen und er wäre im Gefängnis gelandet, wenn ich damals nicht gesagt hätte, na gut, habe doch ich unterschrieben .. nein hatte ich nicht, ich habe ihn nur früher immer geschützt.

Na ja, das sind wir beide bei unserer Hochzeit.

Platzhalter für ein Hochzeitsfoto


Die Hochzeit war am 23. Juni 1972 und unser erstes Kind, unsere Tochter Vanessa, kam dann am 20. Oktober 1972 auf die Welt. Auch wenn sie kein Wunschkind war. Ich habe sie von Anfang an geliebt. Ich habe alle meine Kinder geliebt und egal, wie sie heute mit mir umgehen mögen, in gewisser Weise liebe ich sie auch immer noch und wäre jederzeit für sie da, wenn sie das wollten. Aber eins werde ich nicht mehr tun, verschweigen, was hier passiert ist. Ich habe beschlossen, nicht mehr zu lügen, nur damit meine Kinder wieder nach Hause kommen, denn es hat so keinen Sinn.

Das sind die ersten Bilder von unserer Vanessa, als sie ein Baby war.

Platzhalter für ein paar Fotos mit Vanessa

Auch wenn meine Ehe alles andere als glücklich war, weil meine Mutter und ich permanent damit beschäftigt waren, die Probleme zu lösen, die mein Ex-Mann uns schaffte, was immer wieder neue waren, ich war mit Feuer und Flamme die Mutter dieser Familie. Ich mußte viel arbeiten und meine Mama machte den Haushalt, was mein Mann, solange das noch einen finanziellen Sinn machte, auch durchaus so wollte, auch wenn er heute was anderes sagt. Ich hatte deshalb leider viel zu wenig Zeit für meine Kinder und habe sie viel zu viel meiner Mama überlassen müssen und habe damit meiner Beziehung zu ihnen oder ihrer Beziehung zu mir sicher sehr geschadet. Es ging aber nicht anders, sonst hätten sie sicher hungern müssen, wären vielleicht obdachlos geworden, wir hätten weder Wasser noch Strom gehabt, keine Kleidung ... man muss das verstehen, ich habe mein Leben lang für eine große Familie ums nackte Überleben kämpfen müssen, was nicht einfach war .. aber ich tat das doch nur, weil ich sie alle geliebt habe .. auch diesen Mann mit allen seinen Fehlern, was mir meine Kinder heute alle vier vorwerfen, andererseits aber seltsamerweise mit ihm mehr Kontakt pflegen als mit mir, wo es spärlich bis gar nicht mehr geschieht.

Alle anderen Kinder, die wir bekommen haben, waren Wunschkinder. Mein Ex-Mann liebte Kinder und ich auch, nur dass er seine Liebe zwar zeigte, aber seine Süchte, die extrem viel Geld kosteten, leider nicht unter Kontrolle hatte. Ich weiß, dass ihm das oft leid tat, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass unsere Kinder es besser hätten haben können und wenn er sie wirklich geliebt hat, dann hätte er sich zusammen reißen müssen, um ihnen nicht ständig zu schaden.

Am 03.08 1974 kam unser Sohn Manuel auf die Welt.

Hier einige Fotos von ihm, uns und seiner großen Schwester.

Platzhalter für ein paar Fotos

Eigentlich sollte er als 2. und Wunschkind mal das letzte sein, aber es kam dann doch anders, was ich ein bißchen erklären möchte.

Ich vertrug auch irgendwann die Spirale nicht mehr, das Ding hatte sich entzündet und mußte entfernt werden, Danach wurde ich dann doch nochmal schwanger, habe aber dieses Baby im 5. Monat verloren. Das war damals 1979 zur Zeit der Schneekatastrophe und ich hatte großes Glück, noch in eine Klinik zu kommen, ich hätte sonst dabei leicht verbluten können. Zurück ging es, weil die Klinik über alle Flure schon komplett überfüllt war, dann bis an den Bauch in der Schnee zu Fuß nach Hause, mein Mann und meine Mutter schleppten  mich nach Hause, aber es ist mir nichts passiert, obwohl das eigentlich für eine Frau, die 3 Tage zuvor eine Fehlgeburt erlitten hatte, sicher zu weit und zu anstrengend war.

Wir hatten uns so auf das 3. Kind gefreut, also haben wir es ersetzt, durch Esther, unser 3. Kind und unsere 2. Tochter. Es dauerte eine Weile, bis ich nach dieser Fehlgeburt wieder schwanger wurde, mein Hormonhaushalt war damals vollkommen durcheinander.

Esther war das erste Kind, was ich ambulant auf die Welt brachte und mein Mann durfte dabei sein. Er war so stolz und erzählte das immer, wie das war mit ihrer Geburt. Er hat auch später immer gesagt, zu seinen beiden Kleinen hätte er eine andere und noch bessere Beziehung, weil er bei ihre Geburt dabei gewesen ist .. trotzdem hat er mich noch als ich im Wochenbett mit Esther lag, wieder in Schwierigkeiten gebracht, weil plötzlich 10.000 DM von unserem Konto verschwunden waren, das so von 7.000 DM Haben 3.000 DM ins Soll rutschte und mir das Problem einbrachte, eine andere Bank zu finden, die mich mit einem Dispo starten ließ, damit ich überhaupt was zu Essen kaufen konnte. Wofür das viele Geld. Ich habe es nie aus ihm raus gekriegt, ich vermute, es waren meistens teure Callgirls, kann mich da aber irren.

Esther wurde am 9. Mai 1981 geboren.

Das hier sind Bilder von Esther als Baby und unserer dann schon größeren Familie.

Platzhalter für ein paar Bilder

Es lagen nun 9 Jahre zwischen unserem 2. und 3. Kind, also sollte sie ein Geschwisterchen bekommen, das wurde also dann am 23. April 1983 unser Marius.

Bei seiner Geburt bin ich fast gestorben, hatte einen Herzstillstand, wenn auch nur kurz ... und unser Sohn auch und er hat dabei leider dann auch diverse cerebrale Schäden davon getragen, das nannte sich multiple Cerebralparese. Mit viel Beturnen konnte ich aber auch viel erreichen. Meine kleine Tochter kam über dieses Wissen dann später übrigens auf die Idee, sich mit therapeutischem Reiten selbständig zu machen, denn Reiten in Form von Heilpädagogik hilft bei solchen Schäden sehr gut.
Heute merkt man nicht mehr viel davon, dass Marius als Baby alles andere als gesund war, er konnte normale Schulen besuchen, wo es ab und an einige Probleme gab, hat sich aber durch geschlagen und studiert heute sogar. Na ja, dazu später.

Hier noch ein paar Fotos von Marius und unserer Familie kurz nach seiner Geburt.

Platzhalter für ein paar Fotos

Kurz nachdem mein Mutterschaftsurlaub zu Ende war, verlor mein Mann mal wieder seinen Job in einem Baumarkt wegen Diebstahl und fand einen neuen in Hamburg im Außendienst. Natürlich versprach er wie immer sowas nie wieder zu tun. Hmmmm. Wenn man liebt, will man glauben und ich liebte diesen Mann trotz seiner Fehler leider immer noch.

Ich gab im Sommer 1984 meinen Job als Fremdsprachenkorrespondentin auf, vermiete unser inzwischen hoch verschuldetes eigenes Haus, das meine Mutter von meinen Großeltern geerbt und uns überschrieben hatte und wir zogen nach Hamburg.

Wir hatten gute Chancen, dass noch alles gut hätte werden können .. wenn mein Mann damals endlich zur Vernunft gekommen wäre ... aber das war leider nicht der Fall. Mehr darüber erzähle ich auf der nächsten Seite.