Hei,
wie sagt man heutzutage oft so leicht .. na ja, eine Beziehung ist vorbei und dann sucht man sich halt einen neuen Lebensabschnittspartner.
In Wikipedia habe ich gelesen, dass die katholische Kirche den Ehebruch nebst Mord und Verleumdung als eine der Todsünden bezeichnet, also mit das Schlimmste, was man so anrichten kann.
Ich war lange Ehefrau und Mutter.
Ich war sicher weder die perfekte Ehefrau noch war ich die perfekte Mutter. Ich hatte auch keinen perfekten Ehemann und keine perfekten Kinder. Ich habe im übrigen auch keine perfekte Mutter und kümmere mich dennoch heute um sie, weil sie dement und körperlich gebrechlich und eben pflegebedürftig ist und inzwischen fast mehr Zeit kostet als ein Kleinkind.
Trotzdem habe ich meinen Ex-Mann und meine Kinder so wie sie alle waren geliebt. Sie waren mein Lebensinhalt.
Ich bin schon recht alt und habe sehr jung, nämlich mit 18, geheiratet und natürlich ist es ab und zu mal vorgekommen, dass mir der eine oder andere Mann, der mir im Laufe meines Lebens begegnet ist, auch gefallen hätte.
Ich habe aber trotzdem meinen Ex-Mann deshalb nicht betrogen, egal ob diese Sympathie auf Gegenseitigkeit beruhte oder nicht, ich war immer treu.
Andererseits hatte ich im Laufe von 36 Jahren Ehe mehrfach die Geliebten meines Ex-Mannes im Rücken, ob ich das immer überhaupt gemerkt habe, weiß ich nicht, manchmal aber ja.
Manche dieser Frauen waren hinterhältig und gemein und haben mich attackiert und gequält.
Andere waren diskret und man hat sie kaum wahrgenommen und sie haben auch nicht versucht, meine Ehe zu zerstören.
Eins waren alle diese Frauen ... teuer. Mein Ex-Mann wird sie verwöhnt haben.
Was hatte das für Auswirkungen auf mich selbst, auf unsere Kinder, überhaupt die ganze Familie?
Ich habe aufgrund des Geldmangels, den die Affairen mit diesen Frauen verursacht haben, nicht zu Hause bleiben können, nicht meine Kinder selbst versorgen können, sondern habe Jahrzehnte Vollzeit gearbeitet und meine Mutter deshalb nicht und hat dann die Kinder versorgt.
Ich habe so keine wirklich enge Beziehung zu meinen Kindern aufbauen können und bin heute eher unwichtig für sie. Ihre enge Bezugsperson war eher meine Mutter und ist es heute noch. Mir gegenüber empfindet keines wirklich ein schlechtes Gewissen, wenn man mich jetzt im Stich läßt.
Dabei habe ich sie geliebt und hatte gar keine andere Wahl als so zu handeln.
Meine Kinder hätten, wenn ich nur einen Teil des Geldes, den diese Frauen aufgefressen haben, für sie zurück gelegt hätte, eine Superbasis für ihre Zukunft haben können. So hatten alle vier keine großen Chancen auf einen guten beruflichen Einstieg. Und als Kinder waren sie alle bettelarm. Wir konnten ihnen nicht viel bieten. Und mir werfen sie das alle vier bis heute vor. Ich kann aber nichts dafür.
Ihre Chancen wären nicht besser gewesen, wenn ich mich früher hätte scheiden lassen als ich es tat, denn allein mit vier Kindern hätte ich ihnen kein besseres Leben anbieten können, vielleicht wäre es sogar noch härter gewesen.
Im Laufe meines Lebens verlor ich jegliches Vertrauen in meinen Ex-Mann, obwohl ich ihn bis zuletzt geliebt habe. Ich fühlte mich unsicher, ich wußte nie, was als nächstes Schreckliches in meinem Leben passieren würde. Ich fühlte mich unattraktiv, nicht liebenswert, unsicher und wurde irgendwann vom Frustnaschen auch ziemlich fett, was meiner Gesundheit sicher nicht zuträglich ist. Ich entwickelte ein Herzleiden, Gewebewasser, eine Krankheit, von der ich denke, ich habe sie vom Stress bekommen, den ich während meiner ganzen Ehe über habe erleiden müssen und den ich immer noch erleide, obwohl diese Ehe vorbei ist.
Welchen Vorteil hat die Geliebte gegenüber der Ehefrau?
Sie lebt im Verborgenen. Sie kennt die Ehefrau, aber die Ehefrau kennt die Geliebte nicht.
Die Geliebte kann sich böse Intrigen ausdenken, ein dichtes Netz spinnen, das sie über der Ehefrau ausbreitet, wenn sie wie eine Spinne zuschlägt, um sie zu vernichten.
Es mag nicht jede Geliebte so sein und es waren sicher nicht alle so, die mein Ex-Mann gehabt hat, aber einige schon und die letzte besonders.
Eine Frau, die über Jahrzehnte die Kinder groß gezogen hat, hat Rechte, auch finanzieller Natur.
Also muss man als Geliebte versuchen, diese Frau zu vernichten, alles zu unbergraben, ihren Kontakt zur Familie und ihr den Mann, den diese Frau liebt, als Todfeind auf den Hals hetzen und mit etwas Geschick sogar ihre eigenen Kinder oder noch besser, die Schwiegerkinder, mit denen jede Mutter meistens irgendwo leichte Konflikte hat, aus denen man als Geliebte doch ganz leicht schlimme Konflikte konstruieren kann.
Die Geliebte hat doch Zeit, alles sorgsam vorzubereiten, denn die Ehefrau weiß nicht, dass sie da ist und sie kann den Mann nach allem ausfragen, wovon die Ehefrau nichtmal was ahnt.
...
Ja ich fand sehr schnell einen neuen Lebensabschnittspartner für das Alter.
Ja, ich liebe diesen Mann und ich habe zum erstenmal in meinem Leben das Gefühl, dass diese Liebe wirklich erwidert wird.
Bin ich vollkommen glücklich?
Nein!
Den Mann kann man ersetzen .. die Kinder, die durch den den sich ständig wiederholenden Ehebruch in 36 Jahren Ehe schwer geschädigt wurden und sich deshalb auch von mir zurück gezogen haben ... wer gibt sie mir zurück?
Mir so etwas angetan zu haben ist fast schlimmer als Mord.
Ja, Ehebruch kann eine Todsünde sein, mit der man das Leben eines anderen Menschen komplett zerstört.
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