Hufrehe-Info


Woran erkennt man, dass das Pferd einen akuten Hufrehe-Schub hat?

Wenn es noch nicht allzu schlimm ist, wird das Pferd zunächst einmal nur ein bißchen unwillig laufen. Vielleicht fällt Euch auch auf, dass es irgendwie verspannt in der Muskulatur wirkt. Das sicher auch nur dann, wenn das Tier nicht irgendwo auf einer Weide steht, vielleicht schlechtes Wetter ist und Ihr gar nicht mit ihm arbeiten oder reiten wollt.

Mir fiel z. B. bei der ersten Hufrehe gar nichts auf, bis Chiwa trotz Regen nur noch lag oder mit weit vorgestreckten Beinen dastand. Es hatte drei Wochen geregnet, wir waren nicht ausgeritten, hatten keine Bodenarbeit gemacht und da die Tiere immer nass und schmutzig waren, hatte ich sie in dieser Zeit auch nicht gestriegelt.

Beim zweiten Mal war das anders. Es war mir schon aufgefallen, dass Chiwa nicht wie gewohnt als erste angerannt kam, wenn es Leckerlis oder den Müslieimer gab, sondern zunehmend langsamer ankam, zuerst noch im ungewohnt lahmen Galopp, dann nur noch im Trab, schließlich im Schritt, dann gar nicht mehr. Da wurde ich dann stutzig und rief die Tierärztin an.

Wenn Euch sowas auffallen sollte, das kann immer ein Vorzeichen für eine bevorstehende Hufrehe sein und man kann dann eigentlich noch ohne viele Medikamente und Tierarztkosten drauf reagieren, indem man das Pferd sofort mal 2 - 3 Tage einfach ohne Weide bei Heu in einen gesonderten Auslauf stellt, bis es sich wieder locker wie gewohnt bewegt oder ihm eventuell vorbeugend eine Heparinspritze gibt.

Falls es nichts genutzt hat oder man diese Phase leider übersehen hat, wird das Pferd dann anfangen, sich freiwillig kaum noch zu bewegen. Es wird viel liegen, selbst zum Futter und Wasser nur  noch mühsam hinhumpeln. Das ganze Pferd wirkt furchtbar verspannt. Alle Muskeln sind hart, was man sogar von außen sehen kann.

Falls die Hufrehe in den Vorderhufen schlimmer ist als in den Hinterhufen, wird das Pferd vermutlich die Vorderhufe weit vorstrecken. Das muss aber nicht unbedingt so sein, denn Hufrehe kann auch in allen vier Hufen gleichzeitig auftreten, vielleicht sogar nur hinten und nicht vorn oder nur an einem Huf. Dann zeigt das Pferd diese "typische" Rehehaltung nämlich nicht. Die Rehehaltung kommt nur davon, dass das Pferd versucht, die schmerzenden Gliedmaßen zu entlasten.

Ich zeige Euch mal Chiwa auf einem Foto, das ich gemacht habe, als sie sich im Reheschub befand. Das war leider Ende Oktober und etwas schummerig. Chiwa hatte damals nicht nur vorn, sondern in allen vier Hufen Hufrehe und zeigt nicht die oft auf Bildern demonstrierte "typische" Hufrehestellung. Dass sie schlimme Schmerzen in den Hufen hat, sieht man aber trotzdem.


Mit etwas Erfahrung erkennt man Hufrehe später auch daran, dass man die Kronränder anfühlt. Wenn sich die unnatürlich warm anfühlen, hat das Pferd Hufrehe. Einige meiner Forenbekannten fühlen auch den Pulsschlag in der Fesselbeuge. Wenn der unnatürlich stark zu fühlen ist, also kräftiger, aber nicht schneller als normal, hat das Pferd auch Hufrehe. Damit habe ich keine Erfahrung. Ich fühle, wenn ich unsicher bin, die Kronränder ab und vergleiche das mit unseren gesunden Pferden. Es sollte bei Hufrehe direkt unter den Kronrändern vorn deutlich wärmer als normal sein.

Mehr Infos findet Ihr in meinem Forum unter diesen Links:

Hufrehe-Auslöser:

Sofortmaßnahmen bei Hufrehe:

Schmerz, Hufbeinrotation und Hufbeinsenkung:

oder könnt mich auch gern per mail fragen.

Renate alias Liberta Hoppi alias Chiwa oder als was immer Ihr mich kennt